Kein Regen in Sicht

von m. swiergot (Kommentare: 0)

Vor einigen Tagen hat der kalendarische Sommer begonnen, und dazu passen die aktuellen Temperaturen. Schwer zu sagen, was schöner ist: draußen oder drinnen zu arbeiten. Draußen gibt es jedenfalls keine Rollos und keine Ventilatoren, um sich vor Sonne und Überhitzung zu schützen. Drinnen dagegen fühlt man sich spätestens nach drei Tagen als asozialer Maulwurf, weil man den ganzen Tag lang durch abgedunkelte Räume tapert.

Es sieht ganz danach aus, dass nach 2018 ein weiterer trockener Sommer folgt. Dabei hat sich die Vegetation noch gar nicht erholt. Im Stadtpark kündigen sich schon wieder verbrannte Rasenflächen an, aber es wird munter jede Woche weitergemäht, bis auf die Grasnarbe. Warum bloß, das fragen sich mit mir seit vielen Jahren viele BürgerInnen, auch im Rest der Republik.

Sollten die Grünflächen nicht die Städte kühlen? Nur: Wenn die Grünflächen zur Steppe werden, klappt das ja nicht mehr. Oder versucht man, die Verdunstung gering zu halten, um den Boden zu schützen? Nach dem Motto: Je weniger Rasen, desto weniger Verdunstung, desto langsamer die weitere Austrocknung tieferer Bodenschichten?

Wie auch immer, durch mein Wiesenprojekt spüre ich am eigenen Leib, was es bedeutet, wenn man draußen arbeiten muss und das Wetter die Komfortzone verlässt. Nicht nur einmal muss ich auf meinen Kreislauf achten, seit Jahren habe ich nicht mehr so viel Schorle getrunken. Wie muss es wohl unseren Vorfahren ergangen sein? Waren die wetterfester oder sind sie wegen der Strapazen einfach früher verstorben? Wahrscheinlich beides.

Viele Tiere haben zur Zeit ebenfalls ihre liebe Not. Damit meine ich nicht langhaarige Hunde oder übergewichtige Katzen, sondern die Wildtiere in der Stadt. Vögel, Käfer und Wildbienen freuen sich derzeit besonders über eine Tränke, weil sie morgens keinen Tau mehr auf den Blättern finden oder Pfützen vertrocknet sind. Aber auch die Wespen, die in der Dachschräge zuhause neben meinem Schreibtisch nisten, nehmen gerne Wasser an. Sie brauchen es für den Nestbau und kühlen damit gleichzeitig das Nest.

Das Große Heupferd oben auf dem Bild erfrischt sich gerade im Bürgerpark, der in nächster Nähe zur Wiese liegt. Die Pflanzen sind alle noch nass, denn der Umweltbetrieb hat den ganzen Morgen über kräftig gewässert. So machen wir beide eine kleine Hitzepause, das Heupferd und ich, denn im Bürgerparkcafé lässt sich auch wunderbar Kaffee trinken.

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