Laubhaufen und Frühlingsbeginn

von m. swiergot (Kommentare: 0)

Der März auf der Wiese stand ganz im Zeichen von Aufräumarbeiten (und Corona natürlich, dazu mehr unter den News). Vor allem aber hatte ich mit einer Zerrung in den Rippen zu tun, die mich rund zwei Wochen lang etwas kurzatmig machte. Ein Tipp also an alle GärtnerInnen, die Brombeersträucher von Hand roden wollen: Wenn die Brombeere nicht 'raus will, dann bitte nicht so lange mit Schmackes dran ziehen, bis es im Körper irgendwo "knacks" macht.

Aufräumarbeiten hieß diesmal: Laub, Laub und nochmals Laub wegschaffen. Auf der oberen Wiese hatte ich es seit Januar zu großen Haufen geschichtet, und auch am Wegrand lag es in langen Schwaden. Doch mehrfach verteilten Stürme die Blätter wieder auf der Wiese, und der Spaß ging von vorne los.

Mein Problem war, dass ich nicht wusste, wohin mit all diesen Bergen. Durch den Dauerregen waren sie außerdem schwer und modrig geworden und erstickten das Gras darunter. In der Nähe der Wiese steht zwar eine städtische Mulde, die ich nutzen darf, die ist aber meist schon voll und wird auch selten geleert.

Letzte Woche war es endlich so weit und ich ergriff die Chance, die mir das Corona-Virus bereitet hatte: Da die Fachhochschule geschlossen ist, wird die Mulde derzeit kaum genutzt. Sack um Sack voll mit Laub schleppte ich also nach unten; irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Wenigstens hatten Sonne und Wind das Laub so weit getrocknet, dass es leichter geworden war.

Eine weitere große Menge habe ich am Hang aufgeschichtet, um Insekten und anderes Kleingetier anzuziehen. Nun bleiben »nur« noch die Berge von Walnusslaub am Rand der unteren Wiese sowie diverse Heuberge, mit denen ich versucht hatte Brennesseln zu unterdrücken (die Brennesseln waren stärker).

Bei diesem meditativen Säckeschleppen hatte ich viel Gelegenheit, aus dem Augenwinkel die Tierwelt zu beobachten. Für mich hat sich dabei eine Erfahrung bestätigt, die ich auch im Wald schon gemacht habe: Wenn man in Arbeit vertieft oder anderweitig beschäftigt ist, nähern sich Tiere oft erstaunlich weit an. Sobald man sie aber fokussiert oder gar in Augenkontakt mit ihnen geht, flüchten sie. Stete Anwesenheit, ruhiges Auftreten und verlässliche Futtergaben sorgen allerdings für ein gewisses Vertrauen: Gestern saß ein Rotkehlchen nicht einmal einen Meter von mir entfernt und pickte Haferflocken.

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