Vom Winter immer noch keine Spur

von m. swiergot (Kommentare: 0)

Frühblüher im Januar
Ein noch unbekannter Frühblüher im Januar. Womöglich eine Erdbeerart. ––> Indische Scheinerdbeere

Sehr wechselhaft ist das Wetter seit Jahresbeginn, vor allem aber zu warm. Aktuell haben wir in Bielefeld zehn Grad bei Sprühregen, für morgen sind sogar zwölf Grad angesagt. Den ganzen Winter über hätte man noch gut Sträucher und Stauden pflanzen können, wenn da nicht die Unsicherheit wäre: Kommt vielleicht doch wieder Frost?

Also grabe ich derweil im schweren Lehm der Eidechsengrube weiter und habe endlich das Laub unter der Eiche zusammengerecht. Da eine Wiese Licht braucht, können Blätter in dieser Masse nicht liegenbleiben. Außerdem macht Eichenlaub den Boden leicht sauer, es eignet sich deshalb eher als Rhododendron-Mulch.

Eine mühsame Arbeit, denn in diesem Bereich hatte ich es nicht mehr geschafft zu sensen, sodass das nasse Laub sich im nachgewachsenen Gras festgesetzt hat. Außerdem habe ich immer wieder auf Frost gewartet, um der Hundesch... wenigstens im gefrorenen Zustand zu begegnen. Im braunen Laub nämlich sind die braunen Haufen gar nicht mehr auszumachen – und wenn sie durch den Regen dann noch butterweich geworden sind, ist es einfach nur widerwärtig da hineinzutreten.

Auch mit der Vogelfütterung ist es schwierig, wenn der Frost sich beständig mit frühlingshaften Temperaturen abwechselt. Sobald es wärmer wird, sind kaum noch Vögel zu sehen und das Futter hängt dann tagelang im Regen. Überhaupt ist es erschreckend still um die Wiese herum. Man könnte nicht behaupten, dass das hier ein Vogelparadies wäre – obwohl ja die Kleingärten und der Teutoburger Wald direkt angrenzen.

Womöglich macht sich auch hier die typische Monokultur der Privatgärten bemerkbar. Wie so viele Wohngebiete wirkt das gehobene Umfeld oberhalb der Werther Straße eher wie ein Friedhof. Außer Koniferen und Rhododendren gibt es da nicht viel zu sehen, und die sind für Vögel reichlich uninteressant. Sie finden hier weder Nistplätze noch Nahrung, denn auch die Insekten siedeln sich an diesen Exoten nicht an. Der Buchsbaum zumindest wäre ein gutes Bienennährgehölz, wenn – ja, wenn er blühen dürfte und nicht immer so zurechtgestutzt würde.

Da freue ich mich schon, wenn eine Amsel, die vom Usutu-Virus verschont wurde, an meinen Äpfeln pickt. Oder wenn die Kohlmeisen als einzige fleißig zur Futterstelle kommen, auch wenn gerade sie nicht die Vogelart sind, die ich fördern will. Schade, denn ich hätte so gerne bei der Stunde der Wintervögel eine stattliche Meldung abgegeben.

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