Das Tagebuch zur Extensivierung

Welche Arbeiten fallen bei der Renaturierung einer Wiesenfläche an? Ist das anstrengend? Macht das Spaß? Wie lange dauert das? Muss man dafür Biologin sein? Wie reagieren die Anwohner und Spaziergängerinnen? Wie die Hundehalter? Muss ich Angst vor den Bienen haben? Und was ist eigentlich mit den Zecken? – Auf dieser Seite begleite ich mein Wiesenprojekt mit einem kleinen Logbuch, für all jene, die ähnliche Pläne haben. Die Beiträge werden laufend ergänzt.

2019

November

Auf der Wiese wird es immer feuchter und kühler. Neben dem Ampferstechen gibt es zwei angenehmere Dinge zu tun: Die neue Flyerbox aufzuhängen und die Vögel mit etwas Futter zu unterstützen. Dabei fallen mir die Laubbläser im nahegelegenen Bürgerpark auf.

Nachdem der November so mild verläuft, sind typische Herbstarbeiten angesagt: Laub rechen, ein weiteres Mal sensen, Rosen pflanzen, Ampfer stechen...

Informationen aus erster Hand vom Bielefelder Umweltbetrieb, vom regionalen Forstamt und den Biologischen Stationen – das gab es bei der Jahrestagung 2019 des Naturwissenschaftlichen Vereins (NWV) Bielefeld.

Oktober

Als Ende September unerwartet die Regenzeit einsetzt, merke ich, dass ich mich auf der Wiese völlig verausgabt habe. Vor allem beim Sensen fehlen mir Routine und Erfahrung. Heute gehts trotzdem weiter, denn: Das Gras schläft nicht...

September

Ein paar sonnige Tage sind angesagt, und ich beschließe mit der Herbstmahd zu beginnen. Weil es nachts schon empfindlich kühl ist, habe ich einen Heureiter zum Trocknen gebaut.

Nach dem Großeinsatz gegen die wilden Brombeeren fühle ich mich leicht unterfordert. Zeit für eine wohlüberlegte Spontanaktion – ein Eidechsenhaus!

August

Das Rätsel der schwarzen Walnüsse hat sich gelöst.

Der Hang zwischen den beiden Wiesenteilen ist zum Teil von wilden Brombeeren überwuchert. Ich kaufe mir Schweißerhandschuhe und mache mich ans Werk, denn ich will nicht, dass wieder der komplette Bewuchs gerodet wird.

Manchmal weiß man schon während des Tuns, dass das, was man gerade tut, nicht das ist, was man eigentlich wollte. Dann innezuhalten und auszusteigen, ist eine kluge Sache. Ich habe es diesmal nicht geschafft.

Juli

Als frisch gebackene Wiesenpatin möchte ich am liebsten gleich loslegen mit dem Sensen, aber ähm.. ich habe ja noch gar keine Sense. Der Umweltbetrieb mäht also doch noch einmal und ich beschließe blauäugig, den Mulch zusammenzurechen.